Artikel über SV-Trainer Irek Luczak
in der OWZ
vom 13. März 2003


Die Wasserball-Familie

Irek Luczak trainiert die Mannschaft des Weidener Schwimmvereins

WEIDEN Das Wasser ist schon immer sein Metier. Mit drei Jahren nahm ihn der Vater mit ins Schwimmbad, mit 14 war er bereits Hochleistungsschwimmer, später dann aktiver Wasserballer. Heute, mit 37 Jahren, lässt ihn der Sport noch immer nicht los. Irek Luczak trainiert mit Feuereifer und Begeisterung die Regionalliga-Mannschaft des Weidner Schwimmvereins, ist außerdem Coach der Bayernauswahl.

Der gebürtige Pole, der seit 1989 in Weiden lebt, kann sich ein Leben ohne Wasserball nicht mehr vorstellen. Fünfmal in der Woche ist er in der Thermenwelt oder im Schätzlerbad anzutreffen, trainiert mit den Jungs, deren Herz genauso an ihm hängt wie umgekehrt.

Das Talent und die Liebe zum Wasserball hat Irek Luczak von seinem Vater geerbt, der 16-mal in Folge polnischer Meister war. Er selbst brachte es auf neun Titel, spielte sogar mit seiner Mannschaft Stilon Gorzow im Europapokal-Viertelfinale. Als er 1989 nach Weiden kam, schloss sich der damals 23-Jährige sofort dem Schwimmverein an. "Bis 1993 waren wir auch relativ erfolgreich, dann aber mussten wir uns aus personellen Gründen aus dem Spielbetrieb zurückziehen. Die Nachwuchsarbeit war sträflich vernachlässigt worden", erzählt Irek Luczak. Dem Schwimmverein blieb nichts anderes übrig, als auf Gastspieler zurückzugreifen.

Die Zukunftsarbeit begann mit einer soliden Struktur, kontinuierlich bemühten sich die Verantwortlichen um die Nachwuchsarbeit. "Das hat Früchte getragen", sagt er. Heute spielen acht Mannschaften aller Altersklassen aktiv. Irek Luczak ist für die Herrenmannschaft, die A- und B-Jugend verantwortlich. Über 80 Buben kommen zu den C-, D-, E- und F-Trainingsgruppen. "Wir haben wirklich einen tollen Nachwuchs", strahlt der gelernte Bautechniker, der in einem glasverarbeiteten Unternehmen in Weiden arbeitet. Die Jugend wurde zweimal Süddeutscher Meister, Dritter bei der Deutschen Meisterschaft und einmal Deutscher Vizemeister.

Vor drei Jahren entschlossen sich die Verantwortlichen mit ihrer jungen A-Jugend ein Herren-Team in die Verbandsliga zu entsenden. Auf Anhieb schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die Oberliga und gewann 2001 den Bayern-Pokal. Innerhalb eines Jahres gelang dem jungen Team dann die Meisterschaft in der Oberliga und der Regionalliga-Aufstieg. Eine Sensation folgte nach der anderen. Im Süddeutschen Pokal schalteten die Luczak-Schützlinge zwei Regionalligisten aus und qualifizierten sich für den DSV-Pokal 2003.

Heute müssen die Weidner Wasserballer zu den Spielen bis ins Ruhrgebiet oder nach Schleswig-Holstein fahren. "Das kostet alles Geld", betont Irek Luczak, der genauso wie die anderen fünf Übungsleiter ehrenamtlich arbeitet. Die finanzielle Hauptlast trägt der Schwimmverein, der wie jeder andere jugendbetreuende Verein Zuschüsse erhält und von Sponsoren und Spenden die Kosten für die Reisen, Übernachtungen und die Ausrüstung trägt. "Da kommt bei den 20 Turnieren, die wir jedes Jahr spielen, einiges zusammen. Das Geld wird knapp, weil ja alle Mannschaften erfolgreich spielen", schmunzelt der Trainer.

Die Erfolge führt Irek Luczak auf die gezielte Trainigsarbeit und die tolle Kameradschaft der Spieler zurück. "Wasserball braucht viele Fähigkeiten, da reicht körperliche Fitness alleine nicht aus. Alles zusammen, Technik, Taktik und die eigene Kreativität, stellen ein vernünftiges Mannschaftsspiel." Erst mit 13 gleichwertigen Spieler - die übrigens auch keinen Pfennig bekommen - sei ein Team auch leistungsfähig.

Was die weiteren Ziele der Weidner Wasserballer betrifft, hält sich Irek Luczak bedeckt. Die 2. Bundesliga sei eine Zukunftsvariante, mit der sich der Schwimmverein derzeit nicht beschäftige. Außerdem wäre das Spielfeld in der Thermenwelt zu klein, um Bundesliga spielen zu können. "Wir müssten unsere Heimpartien dann in Regensburg oder Bayreuth austragen." Ob dies sportlich und finanziell sinnvoll wäre, lässt Irek Luczak offen.

Was die Zuschauer in Weiden betrifft, ist der Coach nicht enttäuscht: "Wasserball ist ein Sport für Idealisten. Man muss dabei sein, um sich damit identifizieren zu können. Es gibt kaum Übertragungen im Fernsehen, keine Schlagzeilen", schmunzelt der 37-jährige Vollblutsportler. Das ist zuhause bei den Luczaks anders. Da steht Wasserball im Vordergrund. Ehefrau Mirka kommt mit dem Weidner Engagement ihres Mannes zurecht, nachdem er in Polen fast pausenlos mit dem Nationalteam unterwegs und kaum zuhause war. Sohn Bartek ist genauso "wasserball-narrisch" wie der Vater. "Fast noch schlimmer", lacht Irek Luczak.
von Klaus Federl



Irek Luczak trainiert mit großem Erfolg
die Wasserballmannschaften des
Weidener Schwimmvereins und ist
außerdem noch Coach der Jugend B -
Bayernauswahl
Bild: Tobias Büttner

gefunden in der Oberpfälzer WochenZeitung vom 12./13. März 2003
Ausgabe Weiden + Neustadt/Waldnaab + Tirschenreuth