Deutsch-französisches Jugendwerk
21. bis 27.07.03 in Hartmannsdorf
mit 3 Länderspielen


Traum für Wasserballer wird wahr
Bronold, Luczak und Meßner überzeugen in der U16-Nationalmannschaft

Von Ralf Fischbach

ZWICKAU/WEIDEN. Für die Weidener Wasserballer Florian Bronold, Bartek Luczak und Christian Meßner hat sich in der vergangenen Woche ein Wunschtraum erfüllt. Die 16-jährigen Sportler reisten in die Region Vogtland, um mit der neu gegründeten U16-Wasserballnationalmannschaft einen einwöchigen DSV-Lehrgang, geschmückt mit drei offiziellen Länderspielen gegen die gleichaltrige Auswahl aus Frankreich.

Schon vor Wochen hatten die drei Spieler des SV Weiden in Brambauer bei einem Sichtungslehrgang des DSV die Qualifikationshürden genommen, und sich in den elitären Kreis der 13 besten B-Jugendlichen Deutschlands gespielt. «Es ist das erste Mal, dass der DSV mit CIII-Kadern arbeitet, doch sollen die jungen Sportler langfristig auf die Jugend-Europameisterschaften im Jahr 2005 vorbereitet werden», erläuterte Lehrgangsleiter und DSV-Trainer Rainer Dartsch diesen Lehrgang, der beim Deutsch-Französischen Jugendwerk der Schwimmjugend in Hartmannsdorf und im angrenzenden Vogtland durchgeführt wurde.

«Es war schon ein bewegender Moment, als im Frei- und Hallenbad im vogtländischen Auerbach am Mittwoch erstmals die deutsche Nationalhymne für uns erklang», bringen die drei ihre Gefühle auf den Punkt. Gemeinsam mit Spielern aus Berlin, Würzburg, Duisburg, Wolfenbüttel, Itzehoe sowie Zwickau und Plauen bestritten sie gegen Frankreich ein erstes Länderspiel ausgerichtet von den rührigen Wasserballern vom SV Fortuna Auerbach.

Insgesamt acht Tore bejubelten die 100 Zuschauer beim ersten von drei Wasserball-Länderspielen, einen Sieger aber nicht. Denn nach spannendem Verlauf, besonders im letzten der Viertel, stand es leistungsgerecht 4:4. Dabei hatten beide Mannschaften in der letzten Minute die Gelegenheit, den Siegestreffer noch anzubringen, doch scheiterten beide Teams am eigenen Unvermögen im Abschluss. Besonders stolz stieg Florian Bronold aus dem Wasser, der nicht nur wie seine zwei Vereinskollegen vom Trainerduo Rainer Dartsch/Lutz Müller eingesetzt wurde, sondern auch mit Bartek Luczak in der Anfangs-Formation agierte und mit dem 2:2 nach dem Abschluss einer Überzahl nach Vorlage von Bartek Luczak sein erstes Länderspieltor erzielte. «Das macht natürlich Spaß», bekannte er nach dem ersten Spiel. Zumal man einen inoffiziellen Vergleich gegen die körperlich starken Franzosen am Dienstag noch 9:11 verloren hatte.

Noch besser lief es für das DSV-Team einen Tag später in Zwickau. Südwestsachsen entpuppte sich für die Deutsche Nationalmannschaft als ein gutes Pflaster. Mit 10:5 bezwangen sie die dieses Mal die ideen- und kraftlos agierenden Franzosen. Erneut waren Florian Bronold und Bartek Luczak in der Anfangs-Sieben. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung trugen auch die Weidener ihr Scherflein zum Sieg bei. Bronold traf zum 4:1 und Christian Meßner gewann sein Anschwimmen.

Den dritten Sieg in diesem Jahr, den fünften insgesamt (bereits 1999 hatte es in Auerbach zwei Länderspiele gegeben) feierten die Dartsch/Müller-Schützlinge im 25-Meter-Becken des Trainingsbads, welches sich nur einem Steinwurf vom Mannschaftshotel befand, am Sonnabend in Hartmannsdorf (Landkreis Zwickauer Land).
Nach spannendem Spielverlauf konnten die Franzosen immer wieder den Deutschen Führungstreffer egalisieren, sodass es eine Minute vor Schluss 9:9 unentschieden hieß.
Ein schneller Konter, abgeschlossen durch den Duisburger Andreas Jürgens zehn Sekunden vor dem Ende, brachte den 10:9-Erfolg für die Deutschen. Auch Bartek Luczak machte eine starke Partie und sein Treffer zum zwischenzeitlichen 5:3 war eine absolute Augenweide. Somit trugen sich zwei Weidener in den Spielen in die Torschützenliste ein. Nur Christian Meßner war bei seinen Bemühungen das Glück noch nicht hold. «Ist ja auch nicht wichtig, wer die Tore schießt, sondern, dass wir welche schießen», nahm es er gelassen.

Nun hoffen die drei Weidener zu weiteren DSV-Lehrgängen eingeladen zu werden. Auch die Ausflüge in die Region, so in die Grube Tannenberg, ins Raumfahrtmuseum Morgenröte-Rautenkranz oder ins Horch-Museum Zwickau ließen die Strapazen des Trainingslagers schnell vergessen.

 entnommen aus den "Oberpfälzer Nachrichten" vom 29. Juli 2003


Bartek Luczak, Florian Bronold und Christian Meßner (von links)