Herren
Süddeutscher Pokalsieger 2005


Weidener Wasserballer gewinnen Krimi von Heidelberg.
Zum zweiten Mal in Folge Süddeutscher Pokalssieger.




(prg) Am vergangenen Fronleichnam-Donnerstag entführten die Weidener Wasserballer den Süddeutschen Wasserballpokal, Fritz Hunger zum Gedächtnis aus Bundesleistungszentrum-Heidelberg. Der Gastgeber, SK Neptun Leimen musste sich zum zweiten Mal in Folge den Oberpfälzer beugen.

Beiderseits revanchehungrige und definitiv gleichwertige Mannschaften standen sich im diesjährigen Finale gegenüber. Die Leimener wollten unbedingt die Niederlage vom Vorjahr im Finale in Weiden gutmachen, die Weidener peilten Revanche der letzten Liganiederlage im Ozonbad Leimen an. Beide Teams konnten in Vollbesetzung und dementsprechend motiviert in die Partie gehen. Die Gäste aus Weiden verschliefen ein wenig die ersten Minuten, ließen die ersten Tore nach Verteidigungsunsicherheiten, von den besten schützen des Gegners zu. Nach anfänglichen Abtasten traf der routinierte Linkshänder, Joachim Berger zum 1:0. Nicht lange hat die Antwort der Gäste auf sich warten lassen, Alex Schäfer glich nach einer Centeraktion aus. Zwei ungenutzte Überzahlen beider Kontrahenten und zwei Fernschusstore der Gastgeber brachten den Zwischenstand von 3:1 für Neptun, kurz vorm Viertelende. Die nächste Überzahl der Max-Reger-Städter klappte endlich und Paul Kosiba verkürzte noch kurz vor der ersten Pause auf 3:2. Das zweite Spielviertel verlief immer noch wenig positiv für die SV-ler, ungenutzte Überzahl und zwei Gegentore stellten einen beunruhigten Zwischenstand von 5:2, bevor Rico Horlbeck mit seinem Treffer zum 5:3 noch hoffen ließ. Zwei Tore Rückstand zur Halbzeit müssen nicht gleich die Vorentscheidung bedeuten, die Gastgeber konnte jedoch auf 6:3 erhöhen und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Pokalerfolg machen. Der Verlauf der restlichen Spielzeit wurde zu einem richtigen Krimi. Zuerst verkürzten die Weidener auf 6:4, dann verpassten sie zwei Powerplays zu nutzen, schließlich handelte sich der Topschütze, Stephan Kopani seine dritte Hinausstellung und damit Spielzeitsperre und gab damit den Max-Reger-Städter die dritte Chance in Folge, den Spielstand weiter zu verkürzen. Gut ausgespielte Überzahl mit sicherem Abschluss von Sven Luczak stellte die Ergebnisanzeige auf 6:5. Keine Minute mussten die Zuschauer auf den Ausgleich der Gäste warten, der Center Alex Schäfer konterte den Gegner aus und erzielte seinen dritten Treffer aus einer, für ihn ungewöhnlichen Konteraktion. Kurz danach musste er aber das Wasser, nach einem unnötigen Foul verlassen. Diese Überzahl nutzten die Gastgeber und stellten den Spielstand kurz vor der letzten Pause auf 7:6. Die schwimmerische Überlegenheit der Luczak-Schützlinge machte sich langsam aber sicher bemerkbar. Auch im letzten Viertel konnten die Weidener, durch ihr schwimmbetontes Spiel den Gegner ins Schwitzen bringen, erzielten zwar kein Tor aus der ersten Überzahl, schaffen sich jedoch schnell eine zweite und glichen durch das Tor von Hans-Christoph Aigner zu 7:7 aus. Kurz danach musste auch der zweite Leistungsträgen der Hausherren, Joachim Berger für sein ungebührliches Verhalten vorzeitig duschen gehen, was eine enorme Schwächung seines Teams bedeutete. Die Unruhe machte sich breit, einige Hinausstellungen auf beiden Seiten brachte keinen Torerfolg, eher ein Straffwurffehler der Gastgeber und ein Vorstreckertreffer des Weidner Kapitäns, Thomas Aigner nur 23 Sekunden vor Schluss eine Euphorie in Reihen der Gäste auswirkte. Auch die absolut unnötige Hinausstellung in Reihen des Titelverteidigers, 15 Sekunden vor Ende der Begegnung konnte nicht erfolgreich zum Ausgleich und damit Verlängerung von den Becker-Städter genutzt werden. Ein Fehlpass bescherte den Oberpfälzer die Titelverteidigung.

Das Endergebnis 8:7 geht schließlich verdient an den Titelverteidiger aus Weiden, auch wenn es Anfangs anders aussah. Die Weidener bewiesen Moral, konnten ihre Linie geschlossen beibehalten und ihre schwimmerische und konditionelle Fähigkeiten unter Beweis stellen. Der Trainer, Irek Luczak machte zufriedenen Eindruck, landete samt Kleidung im Becken und freute sich über die Titelverteidigung:

"Zwei ausgeglichene Mannschaften kämpften um den Pott, aber nur eine konnte gewinnen. Wir haben mit Geduld und Ruhe überzeugt und gaben nicht vorzeitig auf, obwohl wir den Anfang verschliefen. Glücklicherweise konnte der Gegner einige, unserer unnötigen Wasserverweise der letzten Minuten nicht ummünzen, sonst wäre es mindestens in Verlängerung gegangen. Der vorzeitiger Ausfall der Leistungsträger und manche Abschlussschwäche wurden den Leimener zum Verhängnis. Wir freuen uns, wissen aber wie schwer es noch in Weiden gegen diese Mannschaft wird"

Die nächste Begegnung der beiden Teams findet am 18.06.05 im Ligaalltag statt.

Die Schwimmverein-Wasserballer empfangen die Leimener im heimischen Schätzlerbad zu einem möglicherweise Entscheidungsspiel über die Berechtigung des Aufstiegs in die zweite Wasserball-Bundesliga.



Die Mannschaft des Pokalsiegers.

Florian Modl und julian Reiß im Tor,

Thomas Aigner, Simon Fijalkowski, Sven Luczak, Dominik Fries, Paul Kosiba, Hans-Christoph Aigner, Rico Horlbeck, Thomas Kick, Christian Meßner, Björn Koloseike und Alex Schäfer



Torfolge:

1:0 Berger, 1:1 Schäfer, 2:1 Kopani, 3:1 Wulfgram, 3:2 Kosiba, 4:2 Berger, 5:2 Becker, 5:3 Horlbeck, 6:3 Wulfgram, 6:5 Luczak, 6:6 Schäfer, 7:6 Pätzold, 7:7 Hans-Christoph Aigner, 7:8 Thomas Aigner



Zeitstrafen:

Leimen 14 + Strafwurf

Weiden 7



Schiedsrichter:

Lehn und Lauer



Anbei Bilder vom Privat:
Thomas Aigner und Alex Schäfer (pokal4) bzw. Paul Kosiba und Sven Luczak (pokal5) trugen wieder Mal enorm zum Pokalsieg bei. Bild vom Pokalsieg 2004.