Herren
Würzburg - Weiden 6:15


Spitzenreiter zu stark für den Aufsteiger.

Weiden unterliegt Würzburg trotz guten drei Viertel deutlich 15:6. 

 

(prg) 2. Wasserball Bundesliga in Würzburger Wolfgang-Adami-Bad. 

Weiden mit dritter Niederlage am Tabellenende, Würzburg nach drittem Sieg souverän auf der Spitze, das ist das Ergebnis des ersten Bayern-Derby in der 2. Wasserball Bundesliga.

Nach einem sensationellem Beginn und guten Abschnitten Nr. 2 und 3 gaben die Oberpfälzer schon zum Beginn des letzten Viertels vorzeitig auf und ließen sich mit 7:1 gehen.  

"Nehmen wir zuerst das letzte Viertel raus, dann haben wir das beste Spiel der Saison gespielt. Das vierte Viertel überschattet die gute Leistung meiner Mannschaft. Noch vor dem letzten Abschnitt, beim Spielstand 5:8 witterten meine Jungs die Chance auf eine Sensation, wurden mit zwei schnellen Toren auf den Boden geholt und gaben dann vorzeitig auf. Es ist auch kein konditionelles, sondern ganz offensichtlich ein mentales Problem. Das hat man im Zweikampfverhalten und Reaktion ganz deutlich gesehen. Ärgerlich und Schade, die Mannschaft hat sich dieses Ergebnis gar nicht verdient. Die Erfahrung der ersten Bundesliga und drei Jahre höherer Altersdurchschnitt der Würzburger machten sich mehr als bemerkbar, unsere Jungs müssen auch noch lernen, dass ein Wasserballspiel erst mit dem Abpfiff zu Ende ist" so der Übungsleiter nach dem Spiel in Würzburg.

 

Grandioser Beginn.

Mit einem fantastischen Start konnten die Gäste aus der Oberpfalz den großen SV Würzburg 05 beinahe in ein Schockzustand versetzen. Mit einem ausgeglichenen Spiel konnten die Zuschauer in der dritten Minute das erste Tor sehen und das nicht von den Gastgebern, sondern des Kapitäns der Weidener, Thomas Aigner. Den Gästen ist es gelungen, alle drei darauffolgende Unterzahlen abzuwehren und zehn Sekunden vor der ersten Pause, mit einem zweiten Tor des Kapitäns im unmittelbaren Anschluss an der ersten Überzahl, auf 2:0 zu erhöhen. Die Weidener zeigten ein reifes und konzentriertes Wasserballspiel und könnten sogar mit mehr Glück im Abschluss einen höheren Zwischenstand in die Pause nehmen.

 

Zeitstrafenfestival wurde den Gästen zum Verhängnis.

Die Weidener wollten natürlich, diesen Zwischenstand beibehalten, bemühten sich die Abwehr dicht zu stellen, wurden jedoch mit vier Toren in Folge, nach vier Unterzahlen (ein Strafwurf in Unterzahl) auf 4:2 ausgebremst. Erst kurz vor Ende des zweiten Viertels dürfte auch Weiden eine Überzahl spielen, die wurde durch Serkan Dogdu genutzt und kurzzeitig auf 4:3 verkürzt. Bitter für die Gäste, dass ihr beste Centerverteidiger Dominik Fries dem Zeitstrafenfestival mit seinen drei Hinausstellungen zum Opfer wurde und schon vor der Halbzeitpause seine Spielkappe abgeben musste. Noch 40 Sekunden vor der Pause erzielte der überragende Inaki Urquiaga das fünfte Tor für die Hausherren, die Teams wechselten mit 5:3 die Seiten.

 

Ausgeglichenes Viertel 3.

Auch im dritten Viertel verkauften sich die Max-Reger-Städter ehrenvoll, mussten zwar zwei schnelle Tore in Unterzahl kassieren, nutzten aber auch zwei eigene Powerplays und gingen mit dem hoffnungsvollen 8:5 Zwischenstand in die letzte Pause.

 

Unglücklicher Anfang führte zur totalen Aufgabe.

Anfangs letzten Spielabschnittes bekamen die Weidener zwei schnelle, unglückliche Treffer zu einem 10:5 Zwischenstand. Beide Tore fielen nach einem Abpraller, das zweite in Unterzahl. Was danach folgte, war eine selten gesehene Mischung aus Unglück und Verzweiflung. Einem Strafwurftor und noch vier Unterzahltoren konnte nur ein Treffer aus drei Überzahlen entgegengesetzt werden. Unglück im Abschluss führte langsam zur Verzweiflung, die sich dann auch in den Abwehrreihen breit machte. Der Gegner reagierte schneller auf sich ergebende Spielsituationen, wirkte wacher und führte die bis dato guten Oberpfälzer regelrecht vor. Mit 7:1 im letzten Abschnitt stellte das Team um den Trainer Jürgen Helmschrott das Endergebnis mit 15:6 Toren, den dritten ungefährdeten Sieg des Weideraufstiegskandidaten und die dritte Niederlage des Aufsteigers am dritten Spieltag. Das einzig positive des letzten Viertels: das einzige Tor erzielte für die Oberpfälzer der jüngste Spieler der Begegnung, 16-jähriger Thomas Kick und feierte damit seine DWL-Premiere. 

 

Alles in einem eine verdiente Niederlage des DWL-Neulings, die jedoch zu hoch ausfiel.

Das Ergebnis fiel deutlicher aus als die Kräfteverhältnisse über die meiste Spielzeit zu sehen waren. Auch der Trainer der Gastgeber bestätigte nach dem Spiel, dass seine Mannschaft viel schwerer als erwartet hatte, das jüngste Team der Liga zu knacken.

Ob die gute Verfassung der Luczak-Schützlinge auch im letzten Spiel des Jahres in Ludwigsburg bestätigt werden kann und vor allem über die gesamte Spielzeit, bleibt noch abzuwarten.

SV Weiden gastiert am 17.12.05 beim SV Ludwigsburg.
 
Die Mannschaft:
Florian Modl im Tor,
Thomas Aigner (2 Tore), Simon Fijalkowski, Sven Luczak, Dominik Fries, Paul Kosiba, Hans-Christoph Aigner, Rico Horlbeck, Serkan Dogdu (1), Andreas Jahn, Florian Bronold (1), Alex Schäfer (1) und Thomas Kick (1)
Trainer: Irek Luczak
Betreuer: Ottmar Fries
 
SV Würzburg 05 - SV Weiden 15:6 (0:2, 5:1, 3:2, 7:1)
 
Torfolge:
0:1 Aigner Thomas, 0:2 Aigner Thomas, 1:2 Katona, 2:2 Katona, 3:2 Reichert, 4:2 Donner, 4:3 Dogdu, 5:3 Urquiaga, 6:3 Krüger, 7:3 Kristandt, 7:4 Bronold, 8:4 Donner, 8:5 Schäfer, 9:5 Urquiaga, 10:5 Urquiaga, 11:5 Donner, 12:5 Urquiaga, 13:5 Urquiaga, 14:5 Angerpointner, 14:6 Kick, 15:6 Angerpointner
 
Zeistrafen:
Würzburg 11
Weiden 15 + 3 Strafwürfe
 
Schiedsrichter:
Rüdiger Trommer auc Coburg
und Ulrich Spiele aus Esslingen
 
Ergebnisse des Spieltages:
SV Duisburg 98 - Rhenania Köln 15:8
Würzburg 05 - SV Weiden 15:6
Aqua/Wedding - SV Ludwigsburg 9:4
SV Krefeld 72 - FS Hannover 12:12
SV Poseidon Hamburg - SV Brambauer 9:9
 
Tabelle:
1. Würzburg 05 3 38:17 6:0
2. SV Duisburg 98 2 25:16 4:0
3. Rhenania Köln 3 27:32 4:2
4. SV Brambauer 3 23:24 3:3
5. FS Hannover 3 29:35 3:3
6. SSV Esslingen 1 11:7 2:0
7. SpVg Laatzen 1 10:9 2:0
8. Aqua/Wedding 3 21:20 2:4
9. SV Ludwigsburg 3 21:27 2:4
10. SV Krefeld 72 2 20:22 1:3
11. SV Poseidon Hamburg 3 24:29 1:5
12. SV Weiden 3 25:36 0:6
 


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