Herren
Weiden verliert in Brambau und Köln


Weidener Wasserballer zahlen weiter Lehrgeld in der DWLII.

Zum 4. und 5. Mal mit einem Tor verloren.

 

Rekordverdächtige Laufbahn des Bundesligaaufsteigers aus Weiden.

Hoffnungsvolles Wochenende in NRW endet mit zwei Niederlagen.

 

(prg) Es ist schon wie verhext, wie die Wasserballer des Schwimmvereins Weiden in ihrer ersten Saison in der 2. Deutschen Wasserballliga bis jetzt ihre Punkte lassen. Voller Zuversicht reisten die SV-ler am Samstag nach Kamen, um dort im Hallenbad der Gesamtschule Kamen, den direkten Tabellennachbar SV Brambauer 50 zu testen.

Ein 4-Punkte Spiel werden solche Begegnungen genannt, wenn die Tabellennachbarschaft aufeinander trifft. 4-Punkte, die diesmal durch die Abschlussschwäche der Oberpfälzer an Brambauer gingen.

Der Gastgeber begann sehr beeindrückend, schon nach 17 Sekunden musste der 16-jähriger Julian Wirth, der in diesem Spiel seine Premiere als Nummer eins absolvierte, hinter sich greifen. Ein Fernschuss überraschte den Keeper, dem die Anfangsnervosität sichtbar zu schaffen machte. Eine verspielte Überzahl der Gäste aus Weiden wurde mit einem Überzahl des Gegners mit 2:0 bestrafft, das dritte Tor fiel durch Strafwurf, wiederholt nach einer Überzahl. Die Max-Reger-Städter konnten sich noch fangen und erzielten durch die Tore von Fries und Schäfer den 3:2 Anschluß. Der Gastgeber setzte wieder Mal nach einem Wasserverweis des Weidener Center, Alex Schäfer noch einen Treffer nach und gingen mit 4:2 Führung in die erste Pause. Das Zweite Viertel verlief schon ausgeglichener und ging geprägt durch viele Wasserverweise auf beiden Seiten und regelrechte Chancenvernichtung der Gäste mit 3:3 aus. 

 

Cleverer Gegner und klägliche Chancenausbeute nach der Pause.

Es machte sich schon vor der Pause bemerkbar, dass die Gäste konditionell besser als die Brambauer aufgelegt waren. Es bestätigte sich auch direkt nach der Halbzeit, die ersten zwei Überzahlen verspielte das SV-Team und damit die Anschlusstrefferchancen. Die Hausherren bekamen im Gegenzug ihre erste numerische Überzahl, einen glücklichen Strafwurf obendraf und erhöhten aus 8:5. In dieser Spielphase zeigte sich, wie die cleveren Gastgeber die sehr kleinig agierenden Schiedsrichter zu ihren Gunsten zu nutzen wussten. Weiden musste drei Unterzahlen in Folge hinnehmen und kassierte noch einen Treffer zum 9:5 Zwischenstand vor der letzten Pause. Angesichts der hervorragenden Verfassung der Max-Reger-Stadter war die Ausgangssituation vor dem letzten Abschnitt schwer, aber nicht hoffnungslos. Die Gäste aus der Oberpfalz legten noch einen Gang zu und gewannen das letzte Viertel mit 5:2, es reichte jedoch nicht mehr, um wenigstens noch einen Punkt zu retten. Das Endergebnis, schon zum vierten Mal in dieser Saison 11:10 Niederlage. Die vollkommen ausgepumpte Hausherren ließen jedoch so viele Chancen zu, dass ein Sieg bei besserer Chancenverwertung ohne weiteres drin gewesen wäre. Aussagekräftig scheint auch das Verhältnis der Zeitstrafen zu sein ( 17:11 ), gleich drei Stammspieler ( Thomas Aigner, Paul Kosiba und Alex Schäfer ) beendeten aufgrund der drei persönlichen Fehler die Begegnung gar nicht. Weiden war schwimmerisch stärker und Brambauer wusste, wie man Hinaustellungen bekommt.

 

Die Torfolge:

1:0 Plohmann, 2:0 Adler, 3:0 Siemund, 3:1 Fries, 3:2 Luczak Bartek, 4:2 Brocke, 5:2 Brocke, 6:2 Siemund, 6:3 Luczak Sven, 6:4 Schäfer, 6:5 Luczak Sven, 7:5 Siemund, 8:5 Siemund, 9:5 Plohmann, 9:6 Luczak Bartek, 10:6 Siemund, 10:7 Hans-Christoph Aigner, 10:8 Horlbeck, 11:9 Hans-Christoph Aigner, 11:10 Simon Fijalkowski

 

Zeitstrafen:

Weiden 15 + 2 Strafwürfe

Brambauer 11

 

 

Weiderholung in Köln.

Am Tag danach, Sonntag um 13,00 Uhr mussten die Weidener wieder ran. Diesmal wartete SV Rhenania Köln auf den Aufsteiger aus der Oberpfalz. Die Geschichte vom Vortag wiederholte sich. Das SV Team verlor 10:9 und schon wieder mit einem Tor !Endergebnis und Gründe der Niederlage waren die selben wie in Kamen, nur der Spielverlauf anders.

 

Starker Beginn. Unglücklich in der zweiten Hälfte.

Diesmal waren es die Weidener, die in die Führung gingen. 2:1 entschieden die Gäste das erste Viertel für sich, 5:2 führten sie schon im zweiten Abschnitt, konnten durch einige Chancen die Führung noch weiter ausbauen, scheiterten und ließen den Gegner mit 4:5 noch vor der Pause rankommen. Das dritte Viertel gewannen dann die Rheaner mit 3:2, nachdem ihnen ihre Strafwürfe Nr. 3 und 4 zugesprochen wurden. Mit 7:7 trennten sich die Kontrahenten zur letzten Pause. Es wurde hektisch, Thomas Aigner musste wieder nach seinem dritten persönlichen Foul den Wettkampfbereich verlassen, zu viele Chancen wurden verschossen, Angst war Versagen war den Gästen deutlich anzusehen. Sie wirkten zum Teil wie gelähmt, wenn sie kurz vor der Entscheidung standen. Die Chancenverwertung war wieder Mal zum Verhängnis, das Viertel ging mit 3:2 verloren und damit das ganze Spiel mit 10:9 Toren an die Hausherren.

 

Mit Schiris unglücklich.

Direkt aus dem Kölner Lager war Mitleid zu hören. Zitatbeispiel: "Ich habt kein Glück heute mit den Schiedsrichtern gehabt" war vom Gegner zu hören.

Der Trainer Luczak sagte nach dem verpatzten Wochenende:

"Es ist schwierig andere Einflüsse zu kommentieren, wenn man selbst so viele Chancen verspielt, deshalb sage ich gar nichts zur Schiedsrichterleistungen. Fakt ist, dass wir zu viel verschossen haben. Wenn man auswärts spielt, musst man einfach mehr Chancen nutzen um zu punkten. Wenn ich die Chancenverhältnisse der Spiele betrachte, müssten wir 4 Punkte nach Hause nehmen, ohne wen und aber. Ich kann nicht mehr damit zufrieden sein, dass meine Mannschaft gut spielt, sie müssen endlich mal das Tor treffen, das gehört auch zu unserem Sport. Wir sind jedes Mal so nah dran und schaffen es nicht den Sack zu zumachen, das hat sich das Team eigentlich nicht verdient, ich werde alles dafür tun, um das zu ändern".

 

Die Torfolge:

0:1 Kosiba, 1:1 Althaus, 1:2 Aigner Thomas, 1:3 Schäfer, 2:3 Aheimer, 2:4 Schäfer, 2:5 Schäfer, 3:5 Aheimer, 4:5 Althaus, 5:5 Piccinini, 6:5 Piccinini, 6:6 Fries, 7:6 Aheimer, 7:7 Horlbeck, 7:8 Luczak Bartek, 8:8 Piccinini, 9:8 Schneider, 10:8 Piccinini, 10:9 Schäfer

 

Zeitstrafen:

Weiden 7 + 4 Strafwürfe

Köln 9 + 2 Strafwürfe

 

Deutsche Wasserball -Liga II - Tabelle
nach dem 8. Spieltag

SV Brambauer   - SV Weiden         11:10
SpVg Laatzen   - SV Duisburg 98     9:13
Rhenania Köln  - SV Krefeld 72       10:10
Aqua/Wedding   - Würzburg 05       13:7
SV Ludwigsburg - SSV Esslingen   10:14
Pos. Hamburg   - FS Hannover       11:13
Rhenania Köln  - SV Weiden          10:9


1.SSV Esslingen     7    80:59    12:2
2.Würzburg 05        8    91:62    12:4
3.SV Duisburg 98    5    65:46    10:0
4.FS Hannover        8    81:86      9:7
5.Rhenania Köln      8    71:79      9:7
6.SpVg Laatzen       7   56:62      7:7
7.Aqua/Wedding      8   77:68      7:9
8.SV Krefeld 72       6   59:58      6:6
9.SV Brambauer      8   70:84      6:10
10.SV Ludwigsburg  7   61:74      4:10
11.Pos. Hamburg     7   57:71      4:10
12.SV Weiden         7   63:82      0:14

 

Wie geht´s jetzt weiter ?

Die Tabellensituation scheint kritisch, die Folgen würden sich jedoch in Grenzen halten. Aufgrund der Bundesligareform 2006/07 bleiben die Weidener auch in der nächsten Saison zweitklassig. Mit den ersten vier Plätzen, die den direkten Aufstieg in die DWLI garantieren, haben die Oberpfälzer schon lange nichts mehr zu tun. Das Saisonziel, 10 Platz ist noch realistisch, entfernt sich jedoch weiter. Es sind noch zwei schwere Auswärtsspiele zu absolvieren, bevor eine ganze Heimspielserie in Weiden ausgetragen wird. "Wenn wir gegen die Teams zuhause mit einem Tor gewinnen, gegen die wir auswärts mit einem Tor verloren haben, dann wären uns schon 8 Punkte sicher. In den Heimspielen sind wir am Drücker und wollen unseren Zuschauer spannende und erfolgreiche Wasserballspiele bieten" gibt sich der Trainer immer noch kämpferisch. Man erhält die Stimmung aufrecht und hält im Team zusammen, hört man von der Mannschaft, auch wenn die ersten Tränen nach dem Spiel in Köln flossen.


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