Herren
Weiden fährt mit der Außenseiterrolle nach Berlin


Aqua-Wedding eine harte Nuss

Weidener Bundesliga-Wasserballer am Samstag in Berlin

 

(prg) Nach fünf Niederlagen mit einem Tor sowie zwei weiteren Pleiten in sieben Spielen reist der Aufsteiger und das Tabellen-Schlusslicht der 2. Wasserball-Bundesliga SV Weiden am Samstag zum Vorjahres -Vizemeister SGW Aqua/Wedding Berlin. Gegen die "launischen" Nordberliner sind die Spieler um SVW-Coach Irek Luczak krasser Außenseiter.

 

Nach einem frustrierenden Wochenende in NRW, bei dem die Reger-Städter zwei weitere knappe Niederlagen einstecken mussten, gab es vom Weidener Trainer zunächst etwas ruhigere Trainingseinheiten in der letzten Woche: "Uns bringt es nicht weiter, wenn wir wild und viel trainieren und dann im Spiel vor dem Tor trotzdem kläglich scheitern. Die Jungs müssen wieder Freude am Spiel und vor Allem am Tore schießen bekommen." Äußerte sich der Weidener Trainer.

 

Dass die Mannen von der Raiffeisenstraße in Berlin als krasser Außenseiter zählen, macht die Sache nicht viel einfacher. Doch die Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison, die erst in der Relegation zur 1. Bundesliga an Alt-Rekordmeister Rote Erde Hamm scheiterte, zeigt sich in dieser Spielzeit sehr launisch, starte zumindest sehr schlecht in die Saison: Bereits im ersten Doppelspieltag der Saison unterlag man dem SV Brambauer mit 3:6 und Rhenania Köln mit 9:10 und schnitt damit im indirekten Vergleich mit dem SV Weiden (10:11 gegen SVB, 9:10 gegen SVR) sogar schlechter ab.

Auch das Unentschieden gegen die SpVg Laatzen (12:12) und die Niederlage gegen FS Hannover (8:9) überraschten die Liga. Zu befürchten ist jedoch, dass sich das Team um Trainer Matthias Lorenz  auf einem aufsteigenden Ast befindet: Vergangenen Spieltag nämlich schlug Aqua/Wedding den Absteiger und Favoriten auf den Meistertitel SV Würzburg 05 unerwartet deutlich mit 13:7 und meldete sich im Medaillenkampf zurück.

 

Besonders aufpassen muss der SV Weiden auf das Sturmtrio des Berliner Zweitligisten: Mit Sebastian Mischur, dem polnischen Nationalspieler Marcin Stachowiak (beide 18 Treffer) und Danilo Scekic (15) teilt sich eine Offensiv-Truppe das Groß der Weddinger Tore. Auch Torhüter Stefan Tschierschky zählt zu den besten seines Fachs und sicherte "Berlins Nummer 3" bereits einige Punkte.

Nicht zuletzt wegen den fünf knappen Niederlagen haben jedoch auch die Hauptstädter Respekt vor dem Aufsteiger aus der Oberpfalz: "Weiden hat bislang alle Spiele verloren, aber häufig auch nur mit einem Tor. Bei der Ausgeglichenheit der Liga müssen wir auch da höllisch aufpassen und das Spiel keineswegs auf die leichte Schulter nehmen." konnte man in einer Pressemitteilung der Nordberliner von Trainer Lorenz lesen.

 

Das Hauptaugenmerk am Samstag wird wohl dem Überzahlspiel beider Mannschaften gehören: Der SV Weiden (25%) und Aqua/Wedding Berlin (33%) verfügen über die schlechtesten Überzahlquoten der Liga und gaben auch aus diesen Grund wichtige Punkte aus der Hand. Ob sich eine der Mannschaften durch eine verbesserte Leistung den entscheidenden Vorteil verschaffen kann bleibt abzuwarten.

 

Der SVW fährt  trotz Außenseiterrolle und der schlechten Tabellensituation nicht unmotiviert nach Berlin. Trainer Irek Luczak kann neben seinem bislang besten Torschützen Alex Schäfer (mit 16 Treffern derzeit auf Rang 11 der Torschützenliste) auf alle seine Schützlinge zurückgreifen. Der Kapitän der Oberpfälzer, Thomas Aigner musste zwar aufgrund seiner Rückenbeschwerden Anfang der Woche das Training aussetzen, konnte jedoch am Donnerstag wieder ins Geschehen einsteigen. Zum wiederholten Mal leistete der Physiotherapeut des Gesundheitshauses "Vitalis", Andreas Ehmann eine tolle Arbeit, die Aigners Spieleinsatz am Samstag ermöglichte. Einzig Trainersohn Bartek Luczak wird seine Mannschaft nicht wieder unterstützen können, da er in Berlin zu Junioren-Länderspielen gegen die Auswahl Tschechiens berufen wurde.

 

Deutsche Wasserball-Liga II

9. Spieltag, Samstag, 18. Januar 2005

 

SV Würzburg 05 - Poseidon Hamburg

Aqua/Wedding Berlin - SV Weiden (18.00 Uhr, Kombibad Seestraße)

SV Krefeld 72 - SV Brambauer

 

Photo: privat

Suche nach Erklärungen für die knappen Niederlagen: Coach Irek Luczak sieht dennoch weiter nach vorne.


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