Herren
Weiden verliert gegen Berlin 7:10


Überraschung blieb aus.

Weidener Wasserballer verpassen siebten Rang. 

 

(prg) So nah an Tabellenrängen, die für die Teilnahme am Relegationsturnier zur ersten Liga berechtigen, waren die Aufsteiger aus Weiden noch nie. Mit einem Sieg gegen die favorisierten Berliner würden die Oberpfälzer einen Sprung auf den siebten Tabellenplatz machen und sich die besten Chancen für Relegation einspielen. Doch der Alltag der zweiten Bundesliga hat die Mannen um Kapitän, Thomas Aigner des besseren gelehrt.

Aqua-Wedding überzeugte mit Routine gegen die Liganeulinge und erfüllte die Pflichtaufgabe mit 7:10 (3:3, 2:3, 1:2, 1:2) Toren aus Sicht der Gastgeber in Weiden. Damit stehen die Hauptstädter schon mehr als mit einem Fuß im Oberhaus des Deutschen Wasserballs, denn nur noch mathematisch wären sie aus dem vierten Platz zu verdrängen. Die Weidener dagegen müssen noch um Saisonzielerfüllung (10.Platz) bangen, sollten Ergebnisse der direkten Konkurrenz ungünstig ausfallen. Dennoch ist theoretisch auch der Platz acht möglich.

 

Das Spiel im verregnetem Schätzlerbad begann viel versprechend. Thomas Aigner, der wieder Mal seine Führungsqualitäten bewies, lochte seinen Strafwurf zum 1:0 ein. Sehr ausgeglichen verlief das erste Viertel, die Hausherren waren, trotz kurzzeitigen 1:3, überraschend überlegen, ein Hattrick des SV-Kapitäns führte zum 3:3 Zwischenstand zur ersten Pause.

Auch das zweite Viertel ging richtig gut los für die Max-Reger-Städter. Thomas Aigner war es wieder, der gleich die erste Überzahl des Abschnittes mit seinem vierten Tor in Folge krönte. Die Berliner glichen noch aus, ehe der Weidener Center, Schäfer endlich traf. Doch die Freude dauerte nicht lange, die Gäste nahmen dankend zwei Strafwürfe innerhalb zwei Minuten an und gingen mit 5:6 Führung in die Halbzeit.

"Auch wenn wir zwei Überzahlen in der ersten Hälfte vergaben, hätten wir mit zwei bis drei Toren Führung in die Halbzeit gehen müssen. Drei Strafwürfe gegen uns, für mich sehr zweifelhafte Entscheidungen, kosteten uns die Führung und schließlich auch das Spiel, denn danach fanden meine Spieler gar nicht mehr ins Spiel." äußerte sich der verärgerte Trainer, Luczak.

 

Die zweite Hälfte begann mit Pech für die Gastgeber, eine Abpraller rutschte glücklich ins Weidener Tor. Anstatt des erhofften Ausgleichstreffer, kassierten die angeschlagenen SV-ler ein Gegentor gleich zu Beginn der zweiten Hälfte und fanden nicht mehr ins Spiel. Auch wenn kurz vor Viertelende Thomas Aigner seinen fünften Treffer markierte, konnten die Gäste noch nachsetzen und mit 6:8 in den letzten Spielabschnitt gehen. Eine Chance, den Anschlusstreffer zu erzielen wurde am Anfang des Schlussviertel, in einer Überzahl leider vergeben. Dafür nutzte der Gegner die einzige Überzahl zum vorentscheidenden 6:9. Sichtlich beeindruckt mussten die Luczak-Schützlinge auch das zehnte Gegentor einstecken, ehe Hans-Christoph Aigner die letzte Überzahl seines Teams zum Tor verwandelte. Was folgte waren ereignislose vier Minuten, die zugunsten der Gäste ohne Protokolleintrag abliefen. Der Sieg geht verdient an die Weddinger, dennoch waren die Weidener wieder Mal sehr nah dran und könnten mit ein Bisschen mehr Glück sicherlich eine Überraschung bringen.

 

"Drei Strafwürfe in der ersten Hälfte waren schon schmerzhaft genug, denn alle wurden auch souverän in Tore umgemünzt. Viel schlimmer war jedoch, dass an zwei davon Thomas Aigner beteiligt war. Er ist die kreative Kraft unseres Teams und ein richtig guter Spielmacher und Vollstrecker im Moment. Über zwei Viertel lang musste er sich sehr mit seinem foullosen Spiel beschäftigen, da leidet jede Kreativität darunter, das hat uns schon wehgetan.

Die Mannschaft ließ sich durch die Ereignisse beeindrucken und vergaß meine Vorgaben umzusetzen. Die Angriffe wurden nicht sicher genug nach vorne gespielt und mit gefährlichen Kontern bestrafft, auch der Umgang mit eigenen Chancen ließ zu wünschen übrig.

Schade, jetzt sind wir unter Zugzwang, wenn wir die Platzierung sichern wollen"

resümierte der Weidener Trainer.   

 

Noch zwei Spiele haben die Weidener zu absolvieren. Am 10.06.06 gastiert Poseidon Hamburg in Weiden, am 17.06.06 reisen die Aufsteiger zum künftigen Erstligisten. SV Duisburg 98.

Spannende zwei Spieltage in der zweiten Bundesliga und der Ausgang um die Plätze 7-11 alles andere als klar.

 

SV Weiden - SG WB Aqua/Wedding Berlin 7:10 (3:3, 2:3, 1:2, 1:2)

 

Torfolge:

1:0 Aigner Thomas, 1:1 Mischur, 1:2 Stachowiak, 1:3 Scekic, 2:3 Aigner Thomas, 3:3 Aigner Thomas, 4:3 Aigner Thomas, 4:4 Mischur, 5:4 Schäfer, 5:5 Scekic, 5:6 Scekic, 5:7 Stachowiak, 6:7 Aigner Thomas, 6:8 Schmitt, 6:9 Scekic, 6:10 Mischur, 7:10 Aigner Hans-Christoph

 

Zeitstrafen:

Weiden 3 + 3 Strafwürfe

Berlin 6 + 1 Strafwurf

 

Schiedsricher:

Sonnenfeld und Rode

 

Zuschauer:

ca. 100

 

 


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