Herren 
Weiden gewinnt gegen Darmstadt


Am 22.01.07 erschien ein Zeitungsartikel im Weidener Lokalblatt "Der Neue Tag" über Wasserball in Weiden. Eine interessante Reportage eines Sportreporters,

der die Weidener Wasserballer seit einigen Jahren begleitet.

Im Anhang Bildmaterial von der Presse.

 

Trommeln für den Erstligaaufstieg.

Sommer-Atmosphäre und haufenweise Tore: Wasserball in Weiden auch eine kleine Party.


Von Josef Maier


Weiden.

Einem ging schon nach knapp zwei Minuten die Luft aus – dem Ball. Die Zweitliga-Wasserballer des SV Weiden hatten dagegen konditionell überhaupt keine Probleme. „Die waren am Ende richtig platt“, sagte SV-Coach Irek Luczak über den Gegner WV Darmstadt nach dem 24:13. Die Oberpfälzer hatten die Hessen zum Schluss richtig nass gemacht. Luczak war dennoch nur halbwegs zufrieden: „Vorher war es ein grausames Spiel.“


Samstag, halb sieben, Weidener Thermenwelt: AC/DC röhrt aus den Boxen, Leute in T-Shirts und Tops schaukeln die Stimmung hoch, einige hauen kräftig auf die Pauke und trommeln sich warm. Unter den Palmen in der Thermenwelt brodelt es. Etwa 120 Wasserball-Fans sind wieder gekommen, Stühlchen an Stühlchen warten sie auf den Beginn. Nahezu pünktlich beginnt die „Party“.

Allerdings nicht so wie erwartet. Auf der anderen Seite des Beckens „tanzt“ Irek Luczak schon nach kurzer Zeit. Er ist sauer. „Du musst kämpfen“, gibt er einem Defensivmann unmissverständlich mit auf dem Weg. Ein paar Meter entfernt schüttelt Alfred Merl im kleinen VIP-Bereich den Kopf.
Der 71-Jährige lässt kaum ein Wasserballspiel des SV aus. „Was ist den heute los?“, schimpft er. Aber Merl ist Optimist: „Das gewinnen die noch klar.“
Die Weidener kommen nicht ins Spiel. Die Darmstädter, ein Abstiegskandidat und mit einer Rumpftruppe angereist, ärgern die Gastgeber. Vor allem einer. Olaf Randzio, ehemaliger
Bundesligaspieler, 43 Jahre alt – und geschätzte 140 Kilogramm schwer.
Nicht einfach für die dünnen Weidener. Luczak: „Die kommen mit dem Sportrentner einfach nicht zurecht.“

 

Kraftbrocken Randzio.

„So ein Duselbauer“, ärgerte sich Helmut Roßmann, als Randzio wieder einmal abstaubte.

Roßmann, Seniorchef der Weidener Ross-Chemie, ist so etwas wie der Vater des Weidener Wasserballs. Er weiß noch von Zeiten, als der verstorbene Staatsminister Gustl Lang im Wasser dem Ball nachjagte. Und als Roßmann in den 50ern nach Weiden kam, hatte er neben der beruflichen Laufbahn als Funktionär auch immer die Wasserballer im Blick. Das beste Händchen hatte er, als er Anfang der 90er Irek und Sigi Luczak sowie Gerhard Wodarz für die Vereinsarbeit gewinnen konnte. „Die Jungs, die hier spielen, waren damals sechs bis acht Jahre alt“, erzählt er, heute sei das eine
sehr gute Mannschaft.

 

Knapper Halbzeitstand.
11:10 führen die Weidener zur Halbzeit. Ein Spielstand, bei dem auch die Trommler auf der anderen Beckenseite wissen, dass sie Gas geben müssen. Stefanie Sertl schützt die Schlaghand mit einem Handschuh. Barfuß und in Jeans gibt sie den Takt vor. Daneben haut Dominik Fijalkowski auf
die Pauke. „Dominik hat mir die Trommel aufs Auge gedrückt“, sagt die Blondine. Nicht Dominik ihr Fan-Nachbar, sondern Dominik Fries. Der müht sich derweil unten im Becken, und zwar auf Seiten der Darmstädter, wegen des Studiums ist er zu den Hessen gewechselt. Fries trainierte Stefanies Sohn bei der D-Jugend. „So bin ich zum Anfeuern gekommen.“ Bei jedem Heimspiel seien sie dabei, erzählt sie. „Vielleicht sollten wir auch mal an Auswärtsfahrten denken“, schlägt Dominik vor.

Seine Hände sind geschwollen. „Er hat seinen Handschuh vergessen“, verrät Stefanie, „manchmal muss man eben Lehrgeld zahlen.“
 

Die Weidener Wasserballer bezahlen kein Lehrgeld. Tor um Tor ziehen sie jetzt davon. Irek Luczak „tanzt“ nicht mehr, sieht ruhig und gelassen die einstudierten Spielzüge. „Die Jungs sind ja eigentlich gut drauf“, wird er nach dem Spiel sagen.
Manchmal sind sie eben noch zu unerfahren, dafür sind sie konditionell topfit. Den Erstligaufstieg hält er durchaus für möglich.

 

„Manchmal etwas zu laut“
Luczak freut sich auch über das Remmidemmi bei den Spielen in der Thermenwelt. „Seit wir das in dieser Art machen, haben wir mehr Zuschauer.“ Und auch Party. Auch Merl und Roßmann sind nach dem 24:13 zufrieden. Nur ein kleines Problem hatten sie zwischendurch: „Manchmal ist es doch etwas zu laut.“ AC/DC geht erst nach Spielende die Luft aus.
 
Spielstatistik:  SV Weiden - WV Darmstadt 24:13 (5:5, 6:5, 6:3, 7:0)
 
Schiedsrichter: M. Höhne und P.Dreizler
 
Zuschauer: ca. 120
 
Strafzeiten:
Weiden 4
Darmstadt 11, davon ein Ausschluß mit Ersatz
 
Torfolge:
0:1 Randzio, 1:1 Jahn, 1:2 Randzio, 2:2 Schäfer, 2:3 Randzio, 3:3 Luczak Sven, 4:3 Aigner Hans-Christoph. 5:3 Kick Stefan, 5:4 Meister, 5:5 Theiß, 5:6 Randzio, 6:6 Aigner Thomas, 6:7 Ömer, 7:7 Aigner Thomas, 7:8 Fries, 7:9 Theiß, 8:9 Jahn, 9:9 Aigner Hans-Christoph, 10:9 Jahn, 10:10 Randzio, 11:10 Aigner Thomas, 12:10 Horlbeck, 12:11 Theiß, 13:11 Horlbeck, 14:11 Horlbeck, 14:12 Randzio, 14:13 Theiß, 15:13 Kick Stefan, 16:13 Kick Thomas, 17:13 Schäfer, 18:13 Schäfer, 19:13 Schäfer, 20:13 Kick Stefan, 21:13 Aigner Thomas, 22:13 Luczak Sven, 23:13 Luczak Sven, 24:13 Aigner Thomas
 
SV Weiden:
Julian Wirth (0-16) und Vladimir Srajer (16-32) im Tor,
Thomas Aigner (5 Tore), Stefan Kick (3), Sven Luczak (3), Thomas Kick (1), Paul Kosiba, Hans-Christoph Aigner (2), Rico Horlbeck (3), Andreas Jahn (3), Klaus Bronold, Alex Schäfer (4)
 
WV Darmstadt:
Thomas Mertin im Tor,
Olaf Randzio (6), Jan Gäbler, Raiko Meister (1), NF. Henckel, Lars Theiß (4), Karl Ömer (1), Dominik Fries (1), S. Schmedemann
 
Ergebnisse des Spieltages:
 
SC Neustadt/Weinstraße - SGW Frankf. /OF 22:5
SV Weiden - WV Darmstadt 24:13
SCW Fulda - SV Würzburg 05 II 12:9
SSV Freiburg - VfB Friedberg 8:7
 
Tabelle der 2. Wasserball-Liga Süd 
 
1. SC Neustadt/Weinstraße 5 75:31 10:0
2. SV Weiden 4 56:41 6:2
3. SGW Leimen/Ma. 5 77:43 6:4
4. SV Ludwigsburg 3 36:22 5:1
5. SCW Fulda 4 44:49 5:3
6. 1. FC Nürnberg 4 45:40 4:4
7. VfB Friedberg 2 21:14 2:2
8. SSV Freiburg 4 27:55 2:6
9. WV Darmstadt 3 29:47 1:5
10. SGW Frankf. /OF 4 25:56 1:7
11. SV Würzburg 05 II 4 28:65 0:8
 
Weiden/München.
Doppel-Erfolg für die Weidener Wasserballer: Nach dem Sieg am Samstag im Zweitligaspiel gegen den WV Darmstadt (24:13), siegten die Oberpfälzer auch am Sonntag im Achtelfinale des süddeutschen Wasserball-Pokals. Sie gewannen gegen die Wasserratten Fürstenfeldbruck in München klar mit 29:7. "Meine Jungs haben viel Spielfreude gezeigt", war Trainer Irek Luczak sehr zufrieden. Thomas Aigner war mit sechs Toren bester Weidener Schütze.
 


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