Herren
Sieg in Fulda

 

Weidener verteidigen Tabellenführung.

Sieg in Fulda kostet zwei Verletzte.

 

(prg) Die Tabellenführung in der 2. Wasserball-Liga Süd bleibt in der Oberpfalz. Die Mannschaft des Schwimmvereines Weiden besiegte am vergangenen Samstag die heimstarken Fuldaer mit 11:8 Toren. Die Max-Reger-Städter stehen mit einem Spiel mehr noch vor den Pfälzern aus Neustadt/Weinstarasse auf dem ersten Rang, haben jedoch auch einen Minuspunkt mehr auf ihrem Konto und hoffen auf das Endspiel in Neustadt am 10.06.07. Auch die Neustädter erledigten ihre Pflichtaufgabe überzeugend mit einem 21:9 Sieg bei den geschwächten Darmstädter. Bitter für die Weidener, Paul Kosiba und Alex Schäfer fällen mit Platzwunden für die nächsten Tage aus. Der Einsatz der beiden am Donnerstag in Freiburg und am Samstag in Weiden gegen Würzburg ist fraglich.

Die Mannschaft der Wasserfreunde Fulda gilt als heimstark und konnte schon häufiger zu Favoritenschreck werden. In einer Komplettbesetzung und sehr motiviert gingen die Hausherren gleich zu Beginn des Spiels zur Sache. Nach einem misslungenen Angriff der Gäste gingen die Hessen durch Alexander Hörl in Führung. Thomas Aigner verwandelte seinen Strafwurf zum 1:1 Gleichstand, eher Paul Kosiba den 1:2 Zwischenstand zur ersten Pause fixierte. Auch im zweiten Viertel konnten die Weidener die Überhand mit 1:2 Viertelergebnis behaupten und stellten den 2:4 Halbzeitstand. Der Weidener Trainer bemängelte in der Halbzeitpause die anhaltende Schwäche im Abschluss, die schlechte Chancenverwertung und warnte vor weiterer Nachlässigkeit. Gleich zum Beginn des dritten Abschnittes erhöhte Hans-Christoph Aigner nach einem erfolgreichen Konterangriff auf 2:5, auch das wurde durch einen Überzahltreffer der Fuldaer egalisiert (3:5).

Nach dem 4:5 Anschlusstreffer der Hessen und der schneller 4:6 Antwort des Weidener Centers Alex Schäfer überschlugen sich die Ereignisse. Gerade Mal zehn Sekunden nach seinem Treffer kassierte Schäfer ein Elenbogenschlag ins Gesicht und musste mit einer stark blutende Lippenverletzung das Wasser verlassen, die Weidener verteidigten den darauffolgenden Angriff und antworten wieder mit einem Überzahltreffer zum 4:7 und direkt nach diesem Treffer wurde der nächste Weidener verletzt. Keine 60 Sekunden nach Schäfer musste Paul Kosiba mit einem Stirncut sein Auftritt in Fulda beenden. Beide Verletzungen wurden übrigens durch einen und denselben Spieler verursacht. Während die auf der Tribüne anwesenden Ärzte ihre Hand anlegten, um die Blutungen der beiden Spieler zu stillen, nutzte die Mannschaft der Gäste die Spielunterbrechung zur kurzen Besprechung, die offensichtlich Fruchte trug. Die Weidener taten das einzig richtige in der chaotischen und emotional geladenen Spielphase. Auf aggressive Angriffe der Gastgeber antworteten die Gäste mit ruhigem Spielaufbau und konnten noch kurz vor der letzten Pause den viel versprechenden 5:8 Zwischenstand erzielen. Im letzten Viertel ging das ganze Spiel unverändert weiter und die Weidener überraschten mit einer ruhigen und konsequenten Spielweise, um die 7:11 Vorentscheidung eine Minute vor Abpfiff zu treffen. Das letzte Gegentor in Unterzahl hatte rein statistische Bedeutung und das  8:11 am Ende war gerechtfertigt.

Ein sehr schnelles und emotionsreiches Spiel konnten die Zuschauer im Sportbad Ziehers erleben. Die Schützlinge des Schunke/Hohmann Trainergespanns überraschten den Tabellenführer mit einer guten Verfassung, unübersehbaren Siegeswillen und einer relativ harten Gangart. Doch manchmal wurde es doch zu hart. Der Weidener Trainer wollte noch in Gesprächen nach dem Spiel keine Absicht dem besagten Spieler unterstellen, doch die Tatsache, dass gar keine Entschuldigung erfolgte ließ Zweifel aufkommen.

"Es ist immer ärgerlich, wenn Spieler verletzt werden. Kein Tor, kein Punkt und keine Meisterschaft ist wichtiger als Gesundheit der Sportler. Das in unserer Sportart so etwas passieren kann, wissen wir alle und die Frage ob Absicht oder nicht möchte und kann ich nicht beantworten. Die Fakten zwingen dennoch zum Nachdenken, denn jeder gesund denkender Mensch entschuldigt sich, wenn er anderen unabsichtlich Verletzungen zufügt. Ein großes Lob muss ich an die gesamte Mannschaft aussprechen, die in den chaotischen Spielphasen Geschlossenheit zeigte und Ruhe bewahrte. Für mich ein Beweis der Reife" äußerte sich der nachdenkliche Trainer nach dem Spiel.

Wie es aussieht werden die Oberpfälzer geschwächt am Donnerstag nach Freiburg reisen. Die Freiburgen sind ähnlich heimstark wie die Fuldaer, also ein Highlight jagt das andere.

SCWF Fulda - SV Weiden 8:11 (1:2, 1:2, 3:4, 3:3)

Schiedsrichter: Knall, Pohl

Zeitstrafen: Fulda 7 + Strafwurf / Weiden 7

Torfolge:

1:0 Hörl, 1:1 Aigner Thomas (Strafwurf), 1:2 Kosiba (in Unterzahl), 2:2 Hörl, 2:3 Dogdu, 2:4 Aigner Thomas, 2:5 Aigner Hans-Christoph, 3:5 Ritzel (Überzahl), 4:5 Reinhardt (ÜZ), 4:6 Schäfer, 4:7 Jahn (ÜZ), 5:7 Reinhardt, 5:8 Dogdu, 6:8 Reinhardt (ÜZ), 6:9 Luczak Sven, 7:9 Müller, 7:10 Aigner Thomas, 7:11 Luczak Sven, 8:11 Hoffmann

SV Weiden:

Vladimir Srajer (0-29) und Julian Wirth (30-32) mit Tor, Thomas Aigner, Simon Fijalkowski, Sven Luczak, Thomas Kick, Paul Kosiba, Hans-Christoph Aigner, Rico Horlbeck, Serkan Dogdu, Andreas Jahn, Florian Bronold und Alex Schäfer

SCWF Fulda:

Darius Kutscha im Tor, Neumüller Vincent, de Beisac Simon, Reinhardt Andreas, de Beisac Dominik, Glania Alexander, Hörl Andreas, Ritzer Marc, Flamme Christian, Hiffmann Steffen, Siebeck Eric, Krauss Tillmann, Müller Phillip

 

 

 


zurück