Herren
Zufrieden aber nicht glücklich. Soll erfüllt

 

Weidener Wasserballer verlieren im Krimi gegen Magdeburg.

Zufrieden aber nicht glücklich. Soll erfüllt.

 

(prg) Ein Liganeuling gegen den siebten der letzten Saison, eigentlich klare Sache. Doch die Aufsteiger der Deutschen Wasserball Liga aus Weiden konnten schon auswärts in Magdeburg (5:9) diese These in Frage stellen und endgültig beim Rückspiel in Weiden gekippt.

 

Die Weidener Wasserballer waren über lange Spielzeit die überlegene Mannschaft im Spiel gegen die Hauptstädter von Sachsen-Anhalt, SC Magdeburg. Mit einem „Fotofinish“ (Siegestor 35 Sekunden vor Spielende durch Christopher Bott) retteten die Elbstädter noch den 10:9 Sieg in Weiden und nahmen glücklich zwei Punkte aus Weiden, die am Ende bedeutungslos sind, denn diese Mannschaften trennen sich in die Meister- bzw. Abstiegsrunde der Liga.

 

Auch wenn die Magdeburger nicht in Bestbesetzung in Weiden angetreten sind, kamen sie dennoch mit keiner Rumpftruppe in die Oberpfalz. Der 32-jährige Spielertrainer Milos Sekulic wurde auf Anhieb Spieler des Tages und erzielte drei Tore für seinen SC. Beide Mannschaften boten den 150 Zuschauer ein spannendes und schnelles Spiel. Nach knappen sieben Minuten führte sogar der Außenseiter und Gastgeber mit 2:0. Noch in der letzten Sekunde waren die Oberpfälzer mit 3:1 in Führung, eher ein Zweifel erregender Treffer in der letzten Sekunde für die Gäste anerkannt wurde.

Für mich kam der Schuss nach Ablauf der Zeit, der Pfiff kam zu spät, so was kann im Heimspiel nicht passieren“ ärgerte sich Trainer Luczak noch in der Pause.

 

Das zweite Viertel verlief sehr ausgeglichen und ging 2:2 aus. Der Halbzeitstand 5:4 aus Sicht der Weidener versprach Spannung und war vielversprechend, auch wen die Führung nach drei Überzahlen im zweiten Abschnitt bereits zur Spielhälfte komfortabler ausfallen müsste.

Die Weidener setzten im dritten Viertel noch nach, nutzten die erste Überzahl zum 6:4, bekamen fast schon postwendend zwei Unterzahltore, eher der Jungtalent Stefan Kick mit einem Fernwurf zum vielversprechender 8:6 Führung zur letzten Pause einlochte.

 

Eine Minute, die den Sieg kostete.

Die Sensation hing in der Luft, der Sieg zum greifen Nahe und doch noch acht Spielminuten entfernt.

Die Max-Reger-Städter ließen gleich zum Beginn des letzten Viertels einen Anschlusstreffer zu  und eine Minute später sogar den Ausgleich nach einer Unterzahl. Selbst in Überzahl gingen die Hausherren durch Alex Schäfer noch 9:8 in Führung, doch es dauerte nicht lange bis das Los die junge Truppe wieder Mal bitter erwischte. Ausschluss des Kapitäns Thomas Aigner kostete den Ausgleich, der nächste Ausschluss des gleichen konnte noch abgewehrt werden und auch nach der Wasserverweis des Weidener Serkan Dogdu blieb außer der Spielsperre des Centers im nächsten Spiel ohne Folgen. Doch es kostete Kraft, ein Ballverlust führte zum Konterangriff, der durch Christopher Bott 35 Sekunden vor Schlusssirene mit dem Siegestreffer der Gäste gekrönt wurde.

In der verbleibenden Zeit wussten die erfahrenen Sachsen-Anhaltliner den Sieg zu sichern und gewannen am Ende glücklich mit 10:9.

 

„In den letzten drei Minuten kamen wir gar nicht mehr ins Spiel. Ich konnte manche Entscheidungen der Unparteischen nicht nachvollziehen. Vier Stürmerfouls und drei Wasserverweise gegen uns und nichts auf der anderen Seite ist mir ein Bisschen zu viel für die letzten Hundert Sekunden. Das ganze Spiel waren wir überlegen und haben wiederholt erfahren: wenn wir so wenig aus unseren Chancen machen, müssen wir bis Ende zittern und schließlich unter der einen oder anderen unglücklichen Entscheidung leiden. Einen Sieg hätten wir uns verdient, bei einem Remis könnten die Magdeburger auch nicht gemeckert, glaube ich“ äußerte sich leicht enttäuschter Trainer direkt nach dem Spiel.

 

Soll erfüllt.

Wir haben unser Soll erfüllt und gehen mit 3:1 Punkten in die Hauptrunde. Jetzt wird es aber ernst, jetzt zählt jeder Punkt und jedes Tor und kann über Ligaverbleib und die Endplatzierung entscheiden“ blickt der zufriedener Trainer in Richtung nächstes Wochenende, wenn der Duisburger SV98 in der Weidener Thermenwelt zu Gast sein wird. „Mit einem Sieg gegen Magdeburg im Rücken wären wir glücklicher, aber auch das Spiel gegen Duisburg muss zuerst gespielt werden. Wir wollen so viel wie möglich in Weiden punkten, auch wenn Duisburg einer der schwersten Gegner der Runde ist“ hört man aus Reihen des DWL-Aufsteigers.

 

SV Weiden – SC Magdeburg 9:10 (3:2, 2:2, 3:2, 1:4)

 

Zeitstrafen:

Weiden: 9 + Strafwurf + 1 Spielzeitstraffe

Magdeburg: 10 + Strafwurf + 1 Spielzeitstrafe

 

Schiedsrichter:

Horsch (Schweinfurt), Trommer (Coburg)

 

Spielbeobachter: Florian Kolb (Coburg)

 

Zuschauer: 150

 

SV Weiden:

Vladimir Srajer und Julian Wirth im Tor,

Thomas Aigner (2 Tore), Stefan Kick (1), Sven Luczak, Thomas Kick, Paul Kosiba (1), Hans-Christoph Aigner, Simon Fijakowski, Serkan Dogdu, Andreas Jahn, Florian Bronold (1), Alex Schäfer (4)

 

SC Magdeburg:

Marco Schoder im Tor,

Christian Schlanstedt, Ilia Butikashvili, Christoph Hanke, Gordon Horn (2), Patrick Stelzner, Christopher Bott (2), Milos Sekulic (3), Jan Kaiser, Stefan Roßner (2), Lukas Bauer, Klaus Hanke (1)

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