Herren I
SV Weiden stürzt erneut Tabellenführer

 

Wasserballfest in der Thermenwelt

 

(prg) Bereits vor einer Woche stürzten die Weidener Wasserballer den Tabellenführer der Bundesliga-Abstiegsrunde SV Krefeld vom Thron. Jetzt gastierte der neue Spitzenreiter OSC Potsdam in Weiden und auch er scheiterte an den Oberpfälzern und musste die erste Hauptrundenniederlage einstecken. Nach elf siegreichen Spielen in Folge kassierte die Überraschungsmannschaft von der Havel eine schmerzhafte 16:9 Schlappe im Weidener „Hexenkessel“. Die Max-Reger-Städter ließen sich damit die theoretische Chance offen, auf einem der ersten Tabellenplätze zu landen und damit die Relegation um die Meisterrunde spielen zu können.

 

Die Halle tobte und die Luft knisterte von Spannung als die Unparteiischen das Spitzenspiel der Runde zwischen den Tabellenführer OSC Potsdam und den Dritten SV Weiden anpfiffen.

Das Spiel begann mit schnellen Aktionen und kraft reibenden Zweikämpfen. Center Alex Schäfer sorgte für die erste Führung der Weidener, es folgten zwei Unterzahlen, die gut verteidigt werden konnten, ehe Hannes Schulz per Strafwurf zum 1:1 traf. Wenige Sekunden später nutzten die Hausherren ihre erste Überzahl zur erneuten Führung (2:1 durch Thomas Kick), doch auch die hielt nicht lange. Auch diesmal und wieder per Strafwurf traf Schulz zum 2:2 Zwischenstand. Florian Bronold nutzte auch die zweite Überzahl der Weidener und brachte sein Team schnell wieder in Führung. Die darauffolgende Szenen könnten spielentscheidende Wirkung haben. Zwei schnelle Kontertore durch Schulz und Drachenberg brachten die Gäste zu ihrer ersten und wie es sich später herausstellte auch der letzten Führung in diesem Spiel (3:4) und rüttelten die Hausherren wach. Bereits zwölf Sekunden später glich Kapitän Thomas Aigner zum 4:4. Trotz oder gerade wegen der nächsten Unterzahl, die erfolgreich verteidigt werden konnte, gingen die Weidener mit dem 4:4 Zwischenstand in die erste Pause.

 

K.o. im zweiten Abschnitt

Sehr konzentriert gingen die Oberpfälzer das zweite Spielviertel an. Der später gekürte „Spieler des Tages“ Thomas Aigner erhöhte per Strafwurf auf 5:4. Die Potsdamer vergaben die Ausgleichchance gleich zwei Mal in Überzahl und die Hausherren machten es besser, sie nutzten die erste Überzahl zum 6:4 durch Rico Horlbeck. Analog verliefen auch die darauffolgenden Spielszenen, die Gäste vergaben die Überzahlspiele, die Weidener nutzten ihre eigenen und schlugen im zweiten Spielabschnitt die Havelstädter mit 6:0 k.o. Mit 10:4 gegen Tabellenführer in die Halbzeitpause zu gehen mag zwar komfortabel zu sein, doch die Weidener wussten, dass die junge Potsdamer Mannschaft noch nicht aufgeben wird und mobilisierten sich in der Kabine zum weiterem Fight. Auch das dritte Viertel begann mit gleich zwei Unterzahlen, doch die Gäste scheiterten wieder an der Weidener Abwehr und ließen dafür den 11:4 Gegentreffer des guten Rico Horlbeck zu. Nach dem zwischenzeitigen 11:5 und der nächsten abgewehrten Unterzahl trafen Alex Schäfer und Thomas Aigner (Strafwurf) zum vorentscheidenden 13:5 Zwischenstand.

 

„In diesem Spiel hat sich gezeigt, wie wichtig das Überzahlspiel im Wasserball ist. Unsere Quote war gut (9 von 14), aber entscheidend heute war die schlechte Quote des Gegners (1 von 12)“ sagte Trainer Luczak nach dem Spiel „wir haben schon letzte Woche gut in Unterzahl verteidigt“ fügte er hinzu.

 

Auch wenn das letzte Viertel mit drei Gegentreffern in Folge begann, wie es aussah, war die „Messe bereits gelesen“ und spätestens nach dem Überzahltreffer des Weidener Kapitäns zum 14:8 zweifelte kein Mensch mehr in der Halle am Erfolg der SV-ler. Drei Minuten vor Spielende wandelten die Gäste ihr erstes und einziges Überzahlspiel in ein Tor um (14:9), doch es war deutlich zu spät. Auch in den letzten Minuten ließen die Oberpfälzer nicht nach,  nutzten die letzten zwei Überzahlen und gewannen am Ende deutlich mit 16:9 Toren.

 

„Siegen und hoffen, mehr können wir jetzt nicht tun. Wir müssen uns weiterhin auf die nächsten Heimaufgaben voll konzentrieren und werden am Ende sehen wofür es reicht“ bringt Luczak die Situation auf den Punkt. Denn die Weidener haben theoretisch noch die Chancen auf den ersten beiden Tabellenplätze zu landen, doch können es nicht mehr aus eigener Kraft erreichen und müssen auf einen „Ausrutscher“ der Konkurrenten hoffen.

 

Am nächsten Samstag gastiert mit FS Hannover das Schlusslicht der Tabelle in Weiden, eine Woche später der Aufsteiger Poseidon Hamburg (7.) und am 04. April der neue Tabellenführer SV Krefeld 72. Ein Restprogramm das Hoffnung macht. Die Weidener wollen alles geben um die verbleibende drei Heimspiele zu gewinnen und damit ungeschlagen in eigenen Gewässern zu bleiben.

 

 

SV Weiden – OSC Potsdam 16:9 (4:4, 6:0, 3:1, 3:4)

 

Zeitstrafen: Potsdam 14 + 2 Strafwürfe, Weiden 12 + 2

 

Schiedsrichter: J.Hoffmann (Gera) und R.Trommer (Coburg)

 

DWL-Beobachter: F.Kolb (Coburg)

 

Zuschauer: 180

 

SV Weiden: Vladimir Srajer (0-24) und Julian Wirth (25-32) im Tor,

Thomas Aigner (5 Tore), Stefan Kick (1), Sven Luczak, Thomas Kick (1), Paul Kosiba (2), Thomas Ingel, Rico Horlbeck (3), Serkan Dogdu (1), Andreas Jahn, Florian Bronold (1) und Alex Schäfer (2)

 

OSC Potsdam: Paul Seidler im Tor,

Stephan Hartkopf, Klaus Einhorn, Jacob Drachenberg (1), Gregor Karstedt (1), Philip Uhlig, Tobias Lenz (2), Florian Lemke (1), Hannes Schulz (3), Mats Döring (1), Marc Langer und Axel Krzenciessa

 

Tabelle: 

1.SV Krefeld 72  14 164:111 24:4
2.OSC Potsdam    14 153:114 24:4
3.SV Weiden      13 139:100 19:7
4.SGW Magdeburg  13 170:125 16:10
5.Brandenburg    13 119:117 13:13
6.Aeg.Uerdingen  14 117:149 10:18
7.Pos. Hamburg   13 101:139  7:19
8.SV Brambauer   16 153:193  7:25
9.FS Hannover    12  76:144  2:22

 

Mehr Infos unter: http://www.sv-weiden-wasserball.de

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